Bikepacking durch Kirgistan mit Roofless Cat

Bikepacking rRoofless Cat Kirgistan© Roofless Cat

Auf den Spuren der alten Seidenstraße

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Bikepacking-Tour schwirrt den drei Abenteurern schon seit über zwei Jahren im Kopf herum. Im Sommer 2024 ist es endlich so weit: Gemeinsam mit Fritz Meinecke (@FritzMeinecke) und Max (@skatepunk2425) macht sich Alex – besser bekannt als Roofless Cat – auf zu einem epischen Abenteuer durch die gewaltigen Berglandschaften Kirgistans.

Start und Ziel liegen im bunten Chaos, dazwischen wartet eines der ursprünglichsten Bikepacking-Reviere der Welt. Kirgistan empfängt die Crew mit schier endlosen Graslandschaften, hohen Pässen, unberechenbarem Wetter und einer Abgeschiedenheit, die man in Europa kaum noch findet. Genau diese Mischung macht das Land zu einem Traumziel für alle, die Bikepacking als echtes Abenteuer verstehen.

© Roofless Cat

750 Kilometer pures Abenteuer

Die Route führt über rund 750 Kilometer quer durch Kirgistan – self-supported, mit minimaler Infrastruktur und maximaler Herausforderung. Endlose Anstiege, einsame Schotterpisten, wilde Flussdurchquerungen und heftige Gewitter gehören hier zum Alltag. Zehn Tage lang werden Körper und Kopf gleichermaßen gefordert, denn wie so oft auf solchen Touren kommt am Ende alles anders als geplant.

© Roofless Cat

Übernachtet wird überwiegend im Zelt – wie sollte es in dieser Region auch anders sein. Als Versorgungspunkte dienen kleine Dörfer mit noch kleineren Kiosken. Eine besondere Ausnahme bildet eine Übernachtung in einer Jurte am Song-Kul, einem der eindrucksvollsten Hochgebirgsseen des Landes.

© Roofless Cat
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Ganz ohne Rückschläge bleibt die Tour nicht: Höhenkrankheit und Erkältungen machen den Jungs zeitweise zu schaffen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wird diese Reise zu einer echten Grenzerfahrung, die gleichzeitig entschleunigt und den Blick auf das Wesentliche lenkt.


Die Route im Detail – Etappe für Etappe

Ein besonderes Merkmal dieser Tour ist das extreme Höhenprofil: Kaum ein Tag vergeht ohne lange Anstiege und technisch anspruchsvolle Abfahrten.

Etappe 1: Von Bischkek über den Kegety Pass nach Kochkor

Kegety Pass – 3.773 m | Ziel: Kochkor – 1.810 m

Nach dem Start in Bischkek und einer kurzen Eingewöhnungsphase geht es schnell raus aus dem städtischen Trubel hinein in die Weite Kirgistans. Die Landschaft öffnet sich, Asphalt wechselt zu Schotter, und der erste große Prüfstein lässt nicht lange auf sich warten: der Kegety Pass.

Der Anstieg zieht sich unerbittlich nach oben. Die Luft wird dünner, das Tempo langsamer, jeder Höhenmeter fordert seinen Tribut. Immer wieder zwingen steile Rampen zum Absteigen, während sich um die Fahrer eine beeindruckende Bergkulisse aufbaut. Oben auf knapp 3.800 Metern angekommen, belohnt der Pass mit einem ersten echten Gefühl von Abgeschiedenheit – nur Wind, Weite und das Wissen, dass das Abenteuer jetzt richtig begonnen hat.

Kegety Pass 3.832hm We did it! © Roofless Cat

Die anschließende Abfahrt nach Kochkor ist lang und technisch fordernd. Schotter, lose Steine und schnelle Passagen verlangen volle Konzentration. Unten angekommen, wirkt die kleine Stadt auf 1.810 Metern fast schon wie eine Oase – ein idealer Ort, um Vorräte aufzufüllen und Kraft für die kommenden Tage zu sammeln.


Etappe 2: Über den Kalmak-Ashuu Pass zum Song-Kul und weiter nach Naryn

Kalmak-Ashuu Pass – 3.447 m | Song-Kul | Ziel: Naryn – 2.050 m

Von Kochkor aus führt die Route tiefer hinein ins Hochland. Die Landschaft wird offener, rauer und gleichzeitig beeindruckender. Weite Hochebenen, weidende Tiere und kaum Anzeichen von Zivilisation begleiten den Weg hinauf zum Kalmak-Ashuu Pass.

Genießen optimale Bedingungen, Rückenwind, Sonne. © Roofless Cat

Der Anstieg ist weniger steil als am Vortag, aber nicht weniger kräfteraubend. Die Höhe macht sich nun deutlich bemerkbar, und das gleichmäßige Kurbeln wird zur mentalen Herausforderung. Hinter dem Pass öffnet sich schließlich der Blick auf den Song-Kul, einen der bekanntesten Hochgebirgsseen Kirgistans. Auf über 3.000 Metern gelegen, wirkt der See fast surreal – tiefblaues Wasser, sanfte Hügel und absolute Stille.

Hier wartet eines der Highlights der Tour: eine Übernachtung in einer Jurte. Nach Tagen im Zelt fühlt sich selbst diese einfache Unterkunft wie purer Luxus an. Wärme, Tee und Gespräche lassen die Strapazen für einen Moment in den Hintergrund treten.

© Roofless Cat

Am nächsten Tag geht es weiter bergab Richtung Naryn. Die Abfahrt ist lang, windanfällig und zieht sich durch karge Täler. Naryn, auf rund 2.050 Metern gelegen, markiert einen wichtigen Punkt der Reise – nicht nur als Versorgungsstation, sondern auch als mentaler Wendepunkt der Tour.

© Roofless Cat

Etappe 3: Über den Arabel Pass zum Issyk-Kul und ins Ziel nach Karakol

Arabel Pass – 3.853 m | Ziel: Karakol – 1.764 m

Die dritte Etappe bringt noch einmal alles mit, was Kirgistan ausmacht. Endlose Schotterstraßen, wechselhaftes Wetter und ein letzter großer Kraftakt: der Arabel Pass. Mit 3.853 Metern ist er der höchste Punkt der gesamten Tour.

Der Anstieg ist zäh, ausgesetzt und fordert nach mehreren Tagen in der Höhe die letzten Reserven. Wind, Kälte und dünne Luft sorgen dafür, dass jeder Meter hart erarbeitet werden muss. Oben angekommen, mischen sich Erleichterung, Stolz und pure Erschöpfung.

Was folgt, ist eine der spektakulärsten Abfahrten der Reise. Kilometerlang geht es hinunter zum Issyk-Kul, dem größten See Kirgistans. Nach Tagen in den Bergen wirkt das riesige Gewässer fast unwirklich. Das Klima wird milder, die Luft dichter, die Beine finden langsam wieder ihren Rhythmus.

Entlang des Sees führt die Route schließlich nach Karakol, dem offiziellen Ziel der Tour. Mit knapp 1.800 Metern Höhe und als viertgrößte Stadt des Landes bildet Karakol einen starken Kontrast zur Einsamkeit der vergangenen Tage – und gleichzeitig den perfekten Abschluss für ein intensives Bikepacking-Abenteuer.

Tag 10 am ersehnten Strand © Roofless Cat


Side Fact: Rennen auf derselben Route

Ein Teil dieser Strecke ist auch Bestandteil des legendären Silk Road Mountain Race – eines der härtesten self-supported Bikepacking-Rennen der Welt. Wer hier unterwegs ist, bewegt sich also auf echtem Ultra-Racing-Terrain.


Die Ausrüstung

Für dieses Abenteuer setzt Alex auf bewährtes Material:

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© Roofless Cat

Fazit und YouTube Film

Bikepacking durch Kirgistan ist kein Urlaub, sondern ein echtes Abenteuer. Diese Tour zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn man sich auf Ungewissheit, körperliche Belastung und absolute Freiheit einlässt. Zehn Tage, 750 Kilometer, unzählige Höhenmeter – und Erinnerungen fürs Leben.

Ein Trip auf den Spuren der alten Seidenstraße, der einmal mehr beweist: Manchmal beginnt das größte Abenteuer genau dort, wo der Asphalt endet. 🚵‍♂️🌄

Wenn ihr die Abenteuer hautnah miterleben wollt, schaut unbedingt in Alex’ YouTube-Film rein – hier werden die atemberaubenden Landschaften, die harten Anstiege und die unvergesslichen Momente dieser Kirgistan-Tour lebendig

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