Zwei Systeme, ein Ziel: Schnell und effizient Gepäck transportieren.
Inhaltsverzeichnis
Wer sich mit Bikepacking beschäftigt – egal ob auf Gravel, Rennrad oder MTB – stolpert früher oder später über den Begriff Heckflosse. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und ist die klassische „Arschrakete“ noch zeitgemäß?
Was ist eine Arschrakete?
Die Arschrakete ist die klassische Satteltasche mit großem Volumen, die direkt an Sattelstreben und Sattelstütze befestigt wird. Sie kommt ohne festen Träger aus und ist besonders minimalistisch.



Was ist eine Heckflosse?
Vom Race-Tool zur neuen Bikepacking-Generation
Der Hersteller Tailfin prägte den Begriff maßgeblich. Die Marke wurde im Deutschen oft sinngemäß mit „Heckflosse“ übersetzt – angelehnt an das markante Design ihres Gepäckträgersystems.
Ursprünglich wurde dieses System für Langdistanzrennen entwickelt. Ziel war es, eine aerodynamisch optimierte Lösung rund um eine obere Gepäckträgertasche zu schaffen – stabil, schnell, modular.
👉 Heckflosse = Gepäckträger + Packsack-System
Im Kern handelt es sich um einen leichten, meist aluminium- oder carbonbasierten Gepäckträger, der direkt an der Steckachse (oder mit speziellen Adaptern) befestigt wird und oben eine wasserdichte Tasche trägt.
Warum nennen wir es nicht einfach weiter Gepäckträger?
Im Prinzip kann natürlich jeder Gepäckträger mit einem Packsack on top als Heckflosse dienen. Sobald oben eine schlanke, längliche Tasche sitzt und das Setup kompakt nach hinten ausläuft, entsteht optisch und funktional genau dieser Effekt.
Nach unserer Definition gehört aber mehr dazu: Eine echte Heckflosse sollte leicht, minimalistisch und schnittig sein. Kein klassischer Touren-Gepäckträger mit Seitentaschen, sondern eine sportliche, reduzierte Lösung mit klarer Linie und Fokus auf Performance.
Und genau hier kommt der eigentliche Punkt: Mit der Heckflosse ist der Bikepacking-Community wieder ein großer Wurf gelungen, um sich weiterhin klar vom klassischen Radreisenden abzugrenzen. 😉
Weniger Alu-Gestell, mehr Flow.
Weniger Expedition, mehr Geschwindigkeit.
2026 ist klar: Der Trend setzt sich fort und ist längst im Mainstream angekommen. Mehrere Hersteller bieten inzwischen eigene Interpretationen der Heckflosse an.
Arschrakete vs. Heckflosse
Einleitend lässt sich zu beiden Systemen positiv festhalten, dass sie einen cleanen Look bieten und – sofern ausschließlich ein oberer Packsack verwendet wird – durchaus aerodynamisch mit geringem Luftwiderstand unterwegs sind.

Arschrakete
👍 Vorteile
- Sehr leicht
- Schnell entfernt, wenn man komplett ohne Gepäck fahren möchte
- Werkzeugfreie Montage und Demontage
- Geringer Luftwiderstand
👎 Nachteile
- Anfällig für Schwanken im Wiegetritt
- Schwieriger zu packen und schlechterer Zugriff durch konische Form
- Nicht immer Dropper-Post-kompatibel
Heckflosse
👍 Vorteile
- Ideal für kleine Rahmen mit wenig Reifenfreiheit
- Extrem stabil, kein Schwingen im Wiegetritt
- Niedrigerer Schwerpunkt
- Packsack schnell abnehmbar
- Meist modular erweiterbar (Seitentaschen, Flaschenhalter etc.)
- Mehr Befestigungsmöglichkeiten für Rücklichter
- Dropper-Post-kompatibel
- Für nahezu alle Sättel und Sattelstützen geeignet
👎 Nachteile
- Montage erfordert teilweise spezielle Adapterachsen
- Reifenreparatur kann minimal aufwändiger sein
(Wobei das mit Tubeless-Setups heute weniger relevant ist)
Heckflossen-Systeme im Vergleich
Restrap Switch Rack
- Sitz: UK
- Produktion: UK
- Gewicht: mittleres Segment
- Preis: Oberes Mittelfeld
- Quick Release: Ja
- Besonderheit: Fokus auf Nachhaltigkeit & lokale Produktion
👉 Sehr clean, sehr hochwertig verarbeitet
Topeak Zi:Rak
- Sitz: Taiwan
- Produktion: Asien
- Gewicht: solide Mittelklasse
- Preis: Attraktiver als viele Wettbewerber
- Quick Release: Teilweise werkzeuglos
- Besonderheit: Preis-Leistungs-Tipp
👉 Ideal für Einsteiger ins Heckflossen-Thema
Ortlieb Quick-Rack
- Sitz: Deutschland
- Produktion: Deutschland
- Gewicht: etwas höher als Carbon-Systeme
- Preis: Mittelklasse
- Quick Release: Ja
- Besonderheit: Klassischer Gepäckträger mit Schnellmontage
👉 Fällt etwas breiter aus, extrem robust
Tailfin
- Sitz: UK
- Produktion: Europa & Asien (modellabhängig)
- Gewicht: ca. 600–800 g (je nach Version)
- Preis: Premiumsegment
- Quick Release: Ja
- Adapterachse: Bis sehr lange Steckachsen verfügbar
- Besonderheit: Extrem durchdachtes System, sehr hohe Steifigkeit, High-End-Anspruch
👉 Referenz im Segment
🎖 Honorable Mention: Old Man Mountain Divide und Elkhorn
- Sitz: USA
- Produktion: USA & Asien (modellabhängig)
- Kategorie: Klassischer Heavy-Duty-Rack
- Quick Release: Nein
- Maximale Belastbarkeit: Sehr hoch
👉 Nicht ganz klassische Heckflosse und eher ein klassicher Gepäckträger – aber extrem stabil und expeditionstauglich.
Fazit: Was passt zu dir?
Arschrakete, wenn …
- du minimalistisch unterwegs bist
- Gewicht absolute Priorität hat
- du nur gelegentlich Gepäck transportierst
Heckflosse, wenn …
- du regelmäßig Bikepacking betreibst
- Stabilität wichtig ist
- du Dropper Post fährst
- du modular erweitern willst
- du kleine Rahmen fährst
Unsere persönliche Einschätzung
2026 ist klar: Die Heckflosse ist keine Nischenlösung mehr. Sie ist erwachsen geworden – stabil, modular und technisch durchdacht.
Die Arschrakete bleibt die puristische Lösung.
Die Heckflosse ist die evolvierte.
Wenn du regelmäßig unterwegs bist, Langstrecke fährst oder dein Setup optimieren willst, führt an einem modernen Heckflossen-System kaum noch ein Weg vorbei.
💬 Wie seht ihr das? Team Heckflosse oder Team Arschrakete? Lasst es uns unten in den Kommentaren wissen.

