Südostasien gehört für mich zu einer der spannendsten Bikepacking-Destinationen. Da ich hier selbst auf meiner Fahrradweltreise unterwegs war, kann ich sie definitiv empfehlen.
Inhaltsverzeichnis
Start in China – Ein unterschätzter Geheimtipp
Gestartet bin ich im Neujahr 2026 in Kunming, der Hauptstadt der Provinz Yunnan im Süden Chinas. Mein Ziel: Bangkok. Zwei Monate hatte ich hierfür Zeit. Mehr Planung gab es nicht – ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.
Zusammen mit zwei anderen Radreisenden, die ich an Silvester kennengelernt habe, ging es los. Auch wenn China nicht direkt zu Südostasien zählt, waren die knapp 1000 Kilometer durch Yunnan ein echtes Highlight.

Die Region ist perfekt fürs Bikepacking:
- Kaum Touristen
- Gastfreundliche Menschen
- Perfekte Straßen
- Günstiges und sehr gutes Essen
- Problemloses Wildcamping

Einziger Haken: Höhenmeter. Auf 100 km kamen oft 1500–2000 hm zusammen. Dank der spektakulären Landschaft aus Hochplateaus, Seen und Karstbergen war das aber gut zu verkraften.
Übrigens kann man sich in China aktuell bis zu 30 Tage Visafrei aufhalten und Kunming hat einen Internationalen Flughafen, was die Anreise einfach macht.



Laos – Ursprünglich, einfach und intensiv
Der Grenzübertritt nach Laos verlief unkompliziert. Während ich ein E-Visum hatte, konnten meine Mitfahrer problemlos ein Visa on Arrival für 50$ bekommen.

Direkt nach der Einreise wird klar: Laos ist deutlich ursprünglicher als China. Die Straßen sind schlechter, die Infrastruktur einfacher – dafür sind die Begegnungen umso intensiver.
Wir wurden sofort spontan auf eine Hochzeit eingeladen und erlebten eine unglaubliche Offenheit der Menschen. Genau diese Momente machen das Reisen hier besonders.
Auch landschaftlich bleibt es abwechslungsreich:
- Dichte Wälder
- Karstberge
- Viele Höhenmeter
Mit zunehmender Strecke Richtung Süden wird das Klima spürbar feuchter und die Berge flacher.
Luang Prabang – Kultur und Pause
In Luang Prabang legten wir eine Pause ein. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Außerdem gibt es in der Nähe die Kuang Si Wasserfälle zu sehen, die wir uns nicht entgehen lassen.

Luang Prabang selbst ist zwar touristisch, aber dennoch sehenswert:
- Viele buddhistische Tempel
- Mischung aus Kolonialarchitektur und laotischem Stil
- Entspannte Atmosphäre
Hier trennten sich unsere Wege – meine Mitfahrer fuhren nach Vietnam, ich weiter Richtung Thailand.
Slow Boat & Grenzübertritt nach Thailand
Ein Highlight war die zweitägige Fahrt mit dem Slow Boat auf dem Mekong. Gestartet bin ich Luang Prabang. Mein Fahrrad konnte problemlos auf dem Dach transportiert werden.

Diese Zeit war eine willkommene Entschleunigung. Vom Wasser aus bekommt man einen ganz anderen Blick auf das Leben am Fluss, besonders auf die Goldgewinnung.
Von Ban Houayxay ging es dann über die Thai-Lao Friendship Bridge nach Thailand – unkompliziert und ohne Visum für Deutsche.
Thailand – Komfort, Infrastruktur und perfekte Bedingungen
Thailand fühlt sich im Vergleich zu Laos sofort deutlich entwickelter an:
- Nahezu perfekte Straßen
- Sehr gute Infrastruktur
- Überall Essen und Einkaufsmöglichkeiten
Besonders praktisch: Trinkwasserstationen. Für wenige Cent kann man hier mehrere Liter Wasser auffüllen – ideal, um Plastik zu sparen.
Der Linksverkehr war anfangs ungewohnt, aber schnell kein Problem mehr.
Mae Hong Son Loop – Das sportliche Highlight
Eigentlich wollte ich direkt nach Bangkok fahren, entschied mich dann aber spontan für den Mae Hong Son Loop.
Die Zahlen sprechen für sich:
- ca. 700 km
- rund 10.000 Höhenmeter
Ich ließ etwas Gepäck in Chiang Mai und fuhr nur mit leichtem Setup – eine sehr gute Entscheidung. Denn die Anstiege erreichen teilweise bis zu 20 % Steigung.

Highlights der Strecke:
- Tropische Berglandschaften
- Reisfelder und Täler
- Kaum Verkehr außerhalb der Hotspots
Wildcampen war problemlos möglich, genauso wie günstige Unterkünfte.
Wichtig: Der Loop ist körperlich anspruchsvoll. Weniger Gewicht macht hier einen großen Unterschied.
Rückweg Richtung Bangkok

Zurück in Chiang Mai reichte meine Zeit nicht mehr, um komplett nach Bangkok zu radeln. Stattdessen nutzte ich die Bahn – der Fahrradtransport ist unkompliziert und günstig.
Ein Zwischenstopp führte mich nach Sukhothai. Der Historical Park mit den Ruinen der alten Hauptstadt Thailands ist definitiv sehenswert und ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe.
Von dort ging es weiter nach Bangkok – flaches Terrain, das sich auch gut zum Radfahren geeignet hätte.
Fazit: Lohnt sich Bikepacking in Südostasien?
Ganz klar: Ja.
Auch wenn es kaum spezielle Infrastruktur für Radfahrer gibt, braucht es diese auch nicht. Gerade das macht den Reiz aus.
Was Südostasien besonders macht:
- Authentische Begegnungen abseits der Touristenrouten
- Günstiges Reisen
- Hohe Gastfreundschaft
Mit dem Fahrrad kommt man automatisch an Orte, die man sonst nie sehen würde – und genau das macht den Unterschied.

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